Dyskalkulie: Diagnostik

Information zur Diagnostik von Rechenfertigkeiten

Die Diagnostik von Rechenschwierigkeiten ist ein sensibles Thema für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Umso wichtiger ist ein fundiertes und spezifisches Fachwissen, sodass nur speziell ausgebildete Personen eine Diagnostik durchführen dürfen.

 

Eine evidenzbasierte Diagnostik ist für alle Beteiligten von großer Bedeutung, da sie auf wissenschaftlich fundierten, normierten Tests beruht und eine differenzierte Beurteilung ermöglicht.

 

Sie ist ein wesentlicher Bestandteil der frühzeitigen Förderung von betroffenen Kindern und Jugendlichen. Eine frühe Förderung verbessert ihre Chancen, in Schule, Alltag und später auch im Berufsleben gut damit umgehen zu können. Die Diagnostik ermöglicht eine präzise und individuelle Therapieplanung, die den Kindern und Jugendlichen dabei hilft, ihre Schwierigkeiten zu überwinden und ihre schulischen und alltäglichen Anforderungen besser zu bewältigen. Da Dyskalkulie nicht von selbst verschwindet, ist ein rechtzeitiges Handeln wichtig.

 

Kinder, die Probleme beim Erlernen vom Rechnen zeigen – oder wenn es ähnliche Schwierigkeiten in der Familie gibt –, können bereits ab dem Vorschulalter oder der ersten Volksschulklasse beobachtet werden. Eine gezielte Abklärung ist ab dem Ende der ersten Klasse möglich. Bei jüngeren Risikokindern helfen Screenings, den Entwicklungsstand der wichtigen Vorläuferbereiche einzuschätzen und frühzeitig passende Unterstützungsmaßnahmen einzuleiten.

 

Es gibt zwei grundlegende Formen der Diagnostik: die pädagogische Diagnostik und die klinisch-psychologische Diagnostik. Beide Methoden haben ihre spezifischen Schwerpunkte und Vorgehensweisen.

wichtigen Vorläuferbereiche einzuschätzen und frühzeitig passende Unterstützung einzuleiten.

Pädagogische Diagnostik in meiner Praxis

In meiner Praxis biete ich eine umfassende, fundierte, pädagogische Diagnostik der Rechenfertigkeiten.


Meine Diagnostik basiert auf standardisierten, normierten Tests, die auf wissenschaftlich und evidenzbasierten Kriterien beruhen. Diese Tests bieten eine objektive Grundlage entsprechend der S3 Leitlinien Legasthenie (AWMF). Dabei wird die Leistung des Kindes mit alters- und schulstufengerechten Normwerten verglichen, ohne dass eine Intelligenzdiagnostik durchgeführt wird.

 

Am Ende der diagnostischen Abklärung erstelle ich einen ausführlichen Bericht, der die Ergebnisse zusammenfasst und konkrete Empfehlungen für die Förderung und den weiteren Umgang mit den Schwierigkeiten zuhause und in der Schule gibt.

 

In meinem pädagogischen Bericht werden die mangelnden Rechenfertigkeiten mit dem Begriff Rechenschwierigkeiten erklärt und umschrieben.

Ablauf und Dauer der Diagnostik in meiner Praxis

Die Diagnostik gliedert sich in mehrere Schritte, die sorgfältig aufeinander aufbauen. Die pädagogische Diagnostik kann mehrere Stunden umfassen. Daher erfolgt die Diagnostik, je nach Alter der Kinder und Jugendlichen, meist in 2 Terminen.

 

Beim ersten Termin lerne ich das Kind oder den*die Jugendliche*n und die Eltern kennen. In einem ausführlichen Anamnesegespräch sammeln wir wichtige Informationen zur bisherigen Entwicklung und zur aktuellen Situation. Anschließend folgt der erste Teil der Testung, bei der mit normierten Verfahren die Rechenleistung untersucht wird. Für diesen Termin sollten insgesamt etwa 90 bis 120 Minuten eingeplant werden.

 

Der zweite Termin dient dazu, die Testung fortzusetzen. Je nach Fragestellung werden weitere standardisierte Verfahren eingesetzt, um ein umfassendes Bild der Rechenleistungen zu erhalten.

 

Im Anschluss werte ich alle Ergebnisse sorgfältig aus und erstelle einen ausführlichen schriftlichen Bericht, der alle Befunde verständlich zusammenfasst.

 

Zum Abschluss findet ein Beratungsgespräch statt, in dem die Ergebnisse besprochen werden und wir gemeinsam mögliche nächste Schritte überlegen.

Was beinhaltet die Diagnostik in meiner Praxis?

Wenn Sie bei mir eine pädagogische Diagnostik der Rechenfertigkeiten in Anspruch nehmen, beinhaltet diese:

 

  • Anamnesegespräch mit Kind/Jugendliche*en und Eltern
  • Leistungstestung der Rechenfertigkeiten mit standardisierten/normierten und anerkannten Rechentests
  • Auswertung und Interpretation der Testergebnisse
  • ausführliche, schriftliche Zusammenfassung und Interpretation der o.a. Testergebnisse
  • Beratungsgespräch: Testergebnisse, Fördermöglichkeiten zuhause/Schule
  • Durchsicht/Berücksichtigung von Rechenproben
  • Durchsicht/Berücksichtigung von anderen Befunden (z. B. Intelligenzdiagnostik, ADS/ADHS-Diagnostik ...) - ggf. Rücksprache mit anderen Diagnostikstellen

Worüber sprechen wir im Anamnesegespräch in meiner Praxis?

Wir unterhalten uns, so kurz wie möglich aber so ausführlich wie nötig, über folgende Bereiche:

 

  • aktueller Vorstellungsgrund,
  • Beobachtungen bezüglich Rechnen im schulischen und häuslichen Setting (Schularbeiten, Hausübungen …),
  • familiäre Prädisposition,
  • kindliche Entwicklung (kognitiv, sozial, Motorik, Sprache, Aufmerksamkeit, Hören, Sehen ...)
  • Schullaufbahn (z. B. Zeugnisnoten, Schulwechsel, Lehrer*innen-Wechsel, Sonderpädagogischer Förderbedarf …),
  • Hausübungssituation,
  • Lern- und Leistungsbereitschaft, Motivation, Ausdauer- und Anstrengungsbereitschaft, Handlungsplanung
  • bisherige Therapien (z. B. Logopädie, Ergotherapie, schulische Dyskalkulieförderung ...) 

Was bringen Sie zur Diagnostik in meine Praxis mit?

Um einen umfassenden Eindruck über die Rechenleistungen sowie möglicher Komorbiditäten gewinnen zu können bitte ich Sie Unterlagen zur pädagogischen Diagnostik mitzunehmen:

  • Rechenproben
  • Frühere Berichte aus Dyskalkulie-Diagnostiken
  • Bei früheren Dyskalkulietherapien:
    • vorhandene Therapie- oder Abschlussberichte
  • Aktuelle fachärztliche Befunde bzw. Vorbefunde, falls vorhanden und für die Rechenfertigkeiten relevant, z. B.:
    • Sehbefund
    • Hörbefund
    • Intelligenzdiagnostik
    • AD(H)S
    • andere relevante Komorbiditäten
  • Aktuelle Befunde bzw. Vorbefunde, falls vorhanden und für die Rechenfertigkeiten relevant, z. B.:
    • Logopädie
    • Ergotherapie
    • weitere relevante Unterstützungen

Pädaudiologisches Audiogram - was bedeutet das?

Das Wort "Audiologie" leitet sich vom lateinischen Wort "audire" ab und bedeutet "hören". Sie befasst sich mit der akustischen Wahrnehmung bzw. Pathologie des Hörvermögens. Audiometrische Tests sind elektroakustische Hörprüfungen. Mit ihnen können der Grad sowie die Art einer Schwerhörigkeit festgestellt werden.  

 

Ein pädaudiologisches Audiogramm ist also eine kindgerechte, präzise und umfassende Hördiagnostik, die weit über einen einfachen Hörtest hinausgeht. Dabei wird geprüft, wie gut ein Kind Töne und Sprache wahrnimmt und verarbeitet.

 

Je nach Alter und Mitmachfähigkeit kommen spielerische, beobachtungsbasierte oder objektive Messverfahren zum Einsatz. So lässt sich verlässlich feststellen, ob das Hörvermögen altersgerecht entwickelt ist – eine wichtige Grundlage, insbesondere bei Lern-, Sprach- oder Rechtschreibschwierigkeiten.

 

Kurz gesagt:
Ein päd. Audiogramm klärt das Hören präzise und kindgerecht ab – nicht nur ob gehört wird, sondern wie gehört wird.

 

Wo kann man ein pädaudiologisches Audiogramm machen lassen?

Bei Kindern bzw. Jugendlichen mit Lern-, Lese- oder Rechtschreibschwierigkeiten kann eine päd. audiologische Abklärung des Hörens sinnvoll sein - vor allem, wenn ein Verdacht auf Hörprobleme besteht.

 

Es ist wichtig, vorab telefonisch oder per Mail nachzufragen, ob eine HNO-Praxis wirklich pädaudiologische bzw. kindgerechte Hördiagnostik anbietet. Nicht jede Ordination verfügt über spezielle Untersuchungsverfahren für Kinder — daher sollte bei Verdacht auf Hörprobleme gezielt nach audiologischer Diagnostik oder einem kindgerechten Hörscreening gefragt werden.

 

SALK – Universitätsklinik für Hals‑Nasen‑Ohren‑Krankheiten, Abteilung: „Audiologie und Pädaudiologie“, Salzburg

HNO‑Praxis Dr. Thomas Hofstetter, Oberndorf bei Salzburg

Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern, HNO, Kopf- und Halschirurgie, Linz

 

Krankenhaus St. Josef, Fachschwerpunkt HNO (Hals, Nasen, Ohren), Braunau

Was ist eine pädagogische Diagnostik?

Die pädagogische Diagnostik wird von spezifisch für die Rechentherapie wissenschaftlich fundiert ausgebildeten Dyskalkulietherapeut*innen durchgeführt.

 

Für die pädagogische Diagnostik müssen normierte, standardisierte und evidenzbasierte Rechentests eingesetzt werden, wie sie auch in der klinisch-psychologischen Diagnostik verwendet werden. Nur so können die Testergebnisse alters- bzw. schulstufenentsprechend mit den Normwerten verglichen und spezifische Schwächen im Erwerb dieser Fertigkeiten objektiv ermittelt werden.

 

Die pädagogische Diagnostik konzentriert sich auf die Identifikation von Lern- und Entwicklungsstörungen im Rechnen, insbesondere auf Schwächen im Erwerb dieser Fertigkeiten. Ziel der Diagnostik ist es, spezifische Förderbedarfe zu identifizieren und auf dieser Grundlage einen maßgeschneiderten Förderplan zu entwickeln.

 

Dabei werden Aspekte wie z. B. schulische Leistungen, Schullaufbahn, Hausübungssituation, bisherige Förder- und TherapiemaßnahmenLern- und Leistungsbereitschaft, die Hausübungssituation, die kindliche Entwicklung (kognitive, motorische und soziale Entwicklungsfaktoren, Sprachentwicklung, Aufmerksamkeit ...) sowie mögliche familiäre Vorbelastungen in der Anamnese erfasst und berücksichtigt.

 

Am Ende der diagnostischen Abklärung erhalten die Eltern einen Bericht, der die Ergebnisse der Tests zusammenfasst und konkrete Empfehlungen für die weitere Förderung gibt. Diese Berichte dienen als wertvolle Grundlage für die gezielte Unterstützung des Kindes zuhause und in der Schule.

 

Ein pädagogischer Bericht beschreibt die mangelnden Rechenfertigkeiten mit den Begriffen Rechenschwierigkeiten, Rechenschwäche, Rechenproblematik und erfolgt nicht nach ICD-10 oder ICD-11.

Was ist eine klinisch-psychologische Diagnostik?

Die klinisch-psychologische Diagnostik wird von ausgebildeten klinischen Psycholog*innen und Psychiater*innen durchgeführt.

 

Es werden standardisierte, normierte Tests eingesetzt, welche evidenzbasiert die Rechenleistung erfassen. Zusätzlich erfolgt eine Intelligenzdiagnostik und eine multiaxiale differenzierte Abklärung möglicher Komorbiditäten- etwa neurologischer, psychischer oder entwicklungsbezogener Ursachen bzw. Begleiterkrankungen und Einflussfaktoren (z. B. Konzentrations‑ oder Aufmerksamkeitsstörungen, Ängste, Depressionen oder Selbstwertprobleme ...). Dies erfolgt nach den Kriterien der ICD-10 oder ICD-11.

 

Ziel ist nicht nur festzustellen, ob eine schwerwiegende Rechenstörung vorliegt, sondern auch, welche weiteren Faktoren zur Problematik beitragen und wie eine passende Unterstützung aussehen kann.

 

Aspekte wie schulische Leistungen, Schullaufbahn, Hausübungssituation, bisherige Förder- und Therapiemaßnahmen, Lern- und Leistungsbereitschaft, die Hausübungssituation, die kindliche Entwicklung (kognitive, motorische und soziale Entwicklungsfaktoren, Sprachentwicklung, Aufmerksamkeit ...) sowie mögliche familiäre Vorbelastungen werden in der Anamnese erfasst und berücksichtigt.

 

Am Ende der diagnostischen Abklärung erhalten die Eltern einen Bericht, der die Ergebnisse der Tests zusammenfasst und konkrete Empfehlungen für die weitere Förderung gibt. Diese Berichte dienen als wertvolle Grundlage für die gezielte Unterstützung des Kindes zuhause und in der Schule.

 

Der klinisch-psychologischen Diagnostik ist der Verwendung der Fachbegriffe nach ICD-10 (Rechenstörung, Kombinierte Störungen schulischer Fertigkeiten) bzw. ICD-11 (Lernentwicklungsstörung mit Beeinträchtigung in Mathematik) vorbehalten.

Pädagogische und klinisch-psychologische Diagnostik im Überblick

  Pädagogische Diagnostik Klinisch-psychologische Diagnostik
durchgeführt von Therapeut*innen mit wissenschaftlich fundierter Ausbildung in Lernstörungen; Grundberuf: z.B. Pädagog*innen ... klinische Psycholog*innen
Fachärzt*innen / Psychiater*innen
Anamnese: sozialer / emotionaler / motivationaler Status ja ja
Anamnese: kindliche Entwicklung ja ja
Anamnese: schulische Leistungen, Schullaufbahn ja ja
Förderempfehlung ja ja
Bericht ja ja
Beratungsgespräch ja ja

multiaxial: Komorbiditäten /  Begleiterkrankungen

je nach Grundberuf, wenn rechtlich erlaubt ja
Intelligenzdiagnostik nein ja
Diagnose nach ICD-10/ICD-11 nein ja

Normwerte und Standardwerte in Leistungstest einfach erklärt

Leistungstests werden mit sogenannten Normwerten ausgewertet, z. B. T-Werten oder Prozenträngen (PR). Diese Werte ermöglichen es, die Ergebnisse einer getesteten Person mit denen einer passenden Vergleichsgruppe einzuordnen.

 

Warum Normwerte wichtig sind:

Ein Test liefert zunächst einen Rohwert, zum Beispiel wie viele Aufgaben richtig gelöst wurden. Dieser Rohwert bekommt erst Bedeutung, wenn er mit den Daten einer Normierungsstichprobe verglichen wird. Dadurch lässt sich einschätzen, wie gut oder schwach eine Leistung im Vergleich zu Gleichaltrigen ausfällt.

 

Dadurch lässt sich beantworten:

  • Liegt die Leistung im erwartbaren Bereich?

  • Gibt es Auffälligkeiten nach oben oder unten?

  • Wie stark weicht die Leistung vom Durchschnitt ab?

 

Normwerte wie Prozentränge, T-Werte oder IQ-Werte zeigen, ob eine Leistung über, unter oder im Durchschnitt liegt. Sie machen sichtbar, wie weit ein Ergebnis vom Mittelwert entfernt ist.

 

Normalverteilung - Grundlage der Normwerte:

Die meisten Fähigkeiten in einer Gruppe von Menschen verteilen sich glockenförmig: Viele liegen in der Mitte, wenige sehr weit oben oder unten. Die Standardabweichung zeigt das Ausmaß dieser Abweichung. So lässt sich jeder Rohwert eindeutig im Verhältnis zur Gruppe einordnen. Wichtige Kennzahlen sind:

  • Mittelwert (MW): Der durchschnittlich erreichte Wert, typischer Durchschnittswert
  • Standardabweichung (SD): zeigt, wie stark die einzelnen Leistungen vom Durchschnitt abweichen

 

Typische Verteilung der Werte:

  • 68,2 % aller Personen liegen im Bereich von −1 bis +1 SD → durchschnittlich
  • 13,6 % liegen darunter bzw. darüber (−1 bis −2 SD bzw. +1 bis +2 SD) → unter- bzw. überdurchschnittlich
  • 2,1 % erreichen sehr niedrige oder sehr hohe Werte (−2 bis −3 SD bzw. +2 bis +3 SD)
  • 0,1 % liegen extrem weit vom Mittelwert entfernt (unter −3 SD oder über +3 SD)

 

IQ-WERTE

IQ-Werte sind ebenfalls Normwerte. Diese Werte dienen NICHT dazu, Menschen zu bewerten, sondern helfen, Leistungen objektiv einzuordnen. Die Skala basiert auf einem MW von 100 und einer SD von 15.

  • Ein IQ von 85 (= −1 SD) liegt im unteren, aber noch durchschnittlichen Bereich.
  • Ein IQ von 70 (= −2 SD) zeigt eine deutlich niedrigere Leistung und gilt als weit unterdurchschnittlich.
  • Beispiele zur Veranschaulichung
    • IQ 100 → genau durchschnittlich
    • IQ 85 → 1 SD unter dem Durchschnitt, aber noch im unteren Normalbereich
    • IQ 70 → 2 SD unter dem Durchschnitt, deutlich unterdurchschnittlich

 

PROZENTRÄNGE (PR)

Der Prozentrang gibt an, wie viel Prozent der Vergleichsgruppe gleich gut oder schlechter abgeschnitten haben als die getestete Person. Ein PR von 50 entspricht dem Durchschnitt. Als alters- bzw. schulstufenentsprechend gelten Werte zwischen PR 16 und PR 84.

  • PR 90: 90 % einer gleichaltrigen Vergleichsgruppe erreichten gleiche oder schwächere Leistungen → sehr gutes Ergebnis
  • PR 10: 10 % erzielten gleiche oder niedrigere Werte → deutlich unterdurchschnittliche Leistung

 

Ein PR zeigt nur die Position in der Rangfolge, nicht aber den tatsächlichen Abstand zwischen zwei Leistungen. Das heißt: Ob zwei Personen nur knapp oder sehr deutlich voneinander abweichen, ist anhand des PR nicht erkennbar.

  • Beispiele zur Veranschaulichung
    • Körpergröße: Stellt man 100 Menschen nach ihrer Körpergröße auf, erhält die größte Person PR 100, die kleinste PR 1. Wie groß die Unterschiede in Zentimetern sind, spielt dabei keine Rolle – es zählt nur die Reihenfolge.
    • Sport: In einem Skirennen bestimmt der Prozentrang, wie viele Teilnehmende schneller oder langsamer waren. Die konkreten Zeitabstände bleiben unberücksichtigt.

 

T-WERTE

T-Werte bieten im Gegensatz zum PR zusätzliche Informationen über die Abstände zwischen Leistungen, da sie auf einer Intervallskala basieren. Die T-Wert Skala hat einen durchschnittlichen Mittelwert von 50. Die Standardabweichung 10 ergibt einen alters- bzw. schulstufenentsprechenden Normbereich von 40 bis 60.

  

Werte ober- oder unterhalb dieses Bereichs zeigen stärkere Abweichungen nach oben bzw. unten. Eine Veränderung um beispielsweise 10 T-Wert-Punkte bedeutet überall im Leistungsbereich dasselbe Ausmaß an Leistungsunterschied. Dadurch lässt sich besser einschätzen, wie deutlich sich zwei Testergebnisse voneinander unterscheiden.

  • Beispiele zur Veranschaulichung
    • Körpergröße: Mit dem T-Wert lässt sich bestimmen, wie weit die Körpergröße einer Person vom Durchschnitt abweicht. Die Rangfolge spielt hier keine Rolle – entscheidend ist allein die Stärke der Abweichung.
    • Sport: Beim Skirennen ließe sich anhand eines T-Werts erkennen, wie groß der Vorsprung oder Rückstand zur Vergleichsgruppe tatsächlich ist – unabhängig von der Platzierung.

Rechenleistung

Diese Werte zeigen, wie deutlich eine Person im Vergleich zu Gleichaltrigen über, unter oder im Durchschnitt liegt.

Für die pädagogische Diagnostik der Rechenfertigkeiten ergibt sich somit folgende Einteilung:

PR T-Wert Rechenfertigkeiten
  99  71 weit überdurchschnittlich
85 - 98 61 - 70 überdurchschnittlich
16 - 84 40 - 60 durchschnittlich
11 - 15 38 - 39 unterdurchschnittlich
6 - 10 34 - 37 deutlich unterdurchschnittlich
 5 ≤  33 weit unterdurchschnittlich

Je nach verwendetem Testverfahren können die Normwerte leicht abweichen. Jede Testbatterie stellt dafür eigene, spezifische Richtlinien bereit, die für die Einschätzung von Schwierigkeiten im Rechnen herangezogen werden.

Bitte parken Sie nicht direkt vor der Garage des Praxishauses und nicht am Parkplatz des Nachbarhauses!

 

Parken können Sie umliegend z. B. in der Sackgasse oder vor der Bibliothek.

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